Vom Glück, in alten Erinnerungen zu kramen

Wir sind uns oft gar nicht bewusst, dass wir uns mit unserer Lebensgeschichte beschäftigen. Beim Erzählen von früher, beim Vergleichen von gerade gemachten Erfahrungen mit alten Geschichten, beim Schreiben des Lebenslaufes für eine Bewerbung, beim Anschauen von Fotoalben - immer wieder kramen wir in der Kiste unserer Erinnerungen.
Die Frage "wer bin ich? ist eine grundlegende Frage der Philosophie. Weil wir uns erinnern können und Bilder, Worte, Szenen, Gerüche, Landschaften, etc. uns oft reflexartig an Erlebnisse von früher erinnern, sind wir überhaupt in der Lage, unsere Entwicklung zu reflektieren. Die Fähigkeit des Erinnerns hilft uns, das Erfahrene und Erlernte für die Gestaltung und Planung des Zukünftigen zu nutzen.
Spannend, dass wir uns verändern und doch die selben bleiben.
Im biografischen Schreiben und in der Biografiearbeit befassen wir uns auf verschiedene Weisen mit Erinnerungen aus unserem Leben.

Das biografische Schreiben ist eine lustvolle Art, in der Schatzkiste unseres Lebens zu graben und zu verschiedensten Themen kleine Erinnerungen an die Oberfläche zu holen. Mit kleinen Texten erzäheln wir einander aus dem Leben und schöpfen Lebenskraft und -intensität aus dem, was wir erlebt, erfahren, überstanden und geschenkt bekommen haben.

In der Biografiearbeit setzen wir uns intensiv und strukturiert mit den verschiedenen Lebenssträngen im Laufe unseres Lebens auseinander: Mit den Erfahrungen, die unsere Kindheit prägten, mit der Jugend, dem Erwachsenenalter, mit der Berufswahl, der Heimat, den Glücksmomenten und Herausforderungen.

Beide Arten, auf das eigene Leben zu schauen, sind Formen, die uns in unserer Identität bestärken, die helfen, alte Knöpfe lösen und mit Freude jeden Tag mit Leben zu füllen.